SchlagwortNiemalswelt

[Rezension] Marisha Pessl | Niemalswelt

Die nachfolgende Rezension ist f├╝r mich und meinen Blog ein kleines Novum, den es handelt sich um ein H├Ârbuch. Ich muss gestehen, dass dies (sofern ich mich erinnern kann) mein erstes H├Ârbuch ├╝berhaupt ist, das ich nicht nur begonnen habe. Tats├Ąchlich war es f├╝r mich wirklich schwierig, am Ball zu bleiben. Ich war das neue Format nicht gew├Âhnt und hatte trotz dass ich immer vorgelesen bekommen habe und trotz dass ich H├Ârspiele liebe, gro├če Schwierigkeiten der Story zu folgen. Und das lag NICHT an der Story selbst, sondern vielmehr an meinem doch ungeschulten Ohr. Nachdem ich mich jedoch eingefuchst hatte, konnte ich mich ganz und gar auf die Geschichte einlassen. Wie sie mir gefallen hat, k├Ânnt ihr jetzt hier lesen:

AUTOR Marisha Pessl
VERLAG Carlsen Verlag
ERSCHIENEN 2019
SEITEN 384 Seiten
FORMAT Gebundenes Buch
PREIS 18 ÔéČ
GENRE Fantasy, Science Fiction
REIHE  
ISBN 3551584001

H├ľRBUCH
VERLAG H├ÂrbucHHamburg HHV GmbH
L├Ąnge 9 Stunden 5 Minuten
Sprecher Julia Nachtmann

Inhalt

Seit Jims Tod hat sich Bee zur├╝ckgezogen und den Kontakt zu ihrer gemeinsamen ehemaligen Clique abgebrochen. Doch knapp ein Jahr sp├Ąter treffen sich die f├╝nf in einem noblen Wochenendhaus an der K├╝ste wieder. Bee hofft, mehr ├╝ber die mysteri├Âsen Todesumst├Ąnde ihres Freundes herauszufinden.

Gemeinsam besuchen die Jugendlichen einen Nachtclub, doch als sie nach Hause fahren wollen, k├Ânnen sie nur knapp einem Autounfall entgehen. Unter Schock kehren sie durch den sintflutartigen Regen in die Villa zur├╝ck, wo nur wenig sp├Ąter ein Fremder an die T├╝r klopft. Er stellt sich als W├Ąchter vor und hei├čt sie in der Niemalswelt willkommen. Der Unfall nur wenige Stunden zuvor ist tats├Ąchlich geschehen und nur einer von ihnen kann ├╝berleben. Die F├╝nf m├╝ssen per Abstimmung entscheiden, wer leben darf und wer sterben muss – bis sie das tun, stecken sie in einer Zeitschleife fest.

Meinung

Ich wurde auf die Niemalswelt aufmerksam, da der Carselverlag zur Ver├Âffentlichung ordentlich die Werbetrommel r├╝hrte. Ich bekam am Rande mit, dass der W├Ąchter in Erscheinung trat und dass einige Blogger in Zeitschleifen gefangen waren. Nat├╝rlich wurde ich neugierig, was es damit auf sich hatte. Als ich dann Audible f├╝r mich ausprobieren wollte und ein Buch aussuchen musste, fiel mir “Niemalswelt” ins Auge und ich musste daran denken, wie neugierig ich durch die Aktionen auf Instagram geworden war. Gesagt, getan.

Am Anfang fiel es mir wirklich schwer, in die Geschichte einzusteigen. Ich denke aber, dass das wirklich nicht an der Story selbst lag. Vielmehr ist das Medium H├Ârbuch f├╝r mich wie gesagt neu und das machte es mir recht schwer, der Geschichte immer ad├Ąquat zu folgen. Und ich bin kein Mensch, der damit klar kommt, etwas ├╝berh├Ârt zu haben. Also geriet ich in meine eigene kleine Zeitschleife, in der ich etwas ├╝berh├Ârte, zur├╝ckspulte, nochmal h├Ârte, weiter h├Ârte, etwas ├╝berh├Ârte, und so weiter. Nat├╝rlich erschwerte es mir das auch ein wenig mit der Geschichte, da ich nicht recht hinein fand.

Als ich dann aber ein bisschen das Geh├Âr f├╝rs H├Ârbuch entwickelt hatte, ging es schon flockigfluffiger und ab dem Zeitpunkt verlor ich mich dann auch in der Geschichte und war regelrecht im Sog dieser Niemalswelt gefangen. Die Handlung ist an sich so simpel, wie verworren: Die Jugendlichen sollen einstimmig entscheiden, wer leben darf. Solange erleben sie den Tag immer und immer wieder. Was w├╝rdet ihr an dieser Stelle tun? Allein beim Dar├╝bernachdenken macht sich bei mir ein bisschen Verzweiflung breit.

Nachdem es zun├Ąchst so aussah, als w├╝rden die Freunde g├Ąnzlich auseinander brechen, sehen sie allm├Ąhlich die Notwendigkeit, als Gruppe zu funktionieren. Diese neue Erkenntnis nutzen sie, um dem Tod von Jim auf die Spur zu kommen und am Ende wird sich auch herausstellen, dass es tragischer nicht h├Ątte sein k├Ânnen. W├Ąhrend dieser Spurensuche lernen die Freunde nat├╝rlich auch viel ├╝ber einander und Geheimnisse treten zutage.

Die Story fand ich ebenso abgefahren, wie genial. Auch wenn ich zun├Ąchst Probleme damit hatte und auch am Ende ehrlich gesagt etwas confused war – ist das alles wirklich passiert?! – kann ich der Story auf jeder Ebene volle Punktzahl geben. Sowohl der rote Faden, als auch die Idee, als auch die Umsetzung waren grandios.

Nun aber zu meinem kleinen Negativpunkt: die Charaktere. Alle Personen waren an sich toll gezeichnet, detailliert und auch greifbar. ABER ich konnte mit keiner Person so recht warm werden. Ich fand keine der Personen so herausragend oder sympathisch, wie ich es meist bei anderen B├╝chern tue. Das hat mein Bild des Buches, wenn auch nur sehr gering, ein wenig negativ beeinflusst.

Und nun noch zu dem, was wohl bei einem H├Ârbuch noch zus├Ątzlich angesprochen werden sollte: Der Sprecher, bzw. in diesem Falle die Sprecherin. Julia Nachtmann hat in meinem Augen (oder Ohren ­čśÇ okay, der kam flach) eine sehr angenehme und markante Stimme. Ihre Interpretation der Stimmungen fand ich toll und angemessen. Ich werde gerne wieder H├Ârb├╝cher h├Âren, die von ihr gesprochen wurden.