Allgemein

Montagsfrage 14.1.2019

Die H├Ąlfte des Montags ist bereits geschafft. F├╝r mich stehen nun nur noch 90 weitere Minuten Intensivrussisch an, ehe ich nach Hause darf und auf dem Nachhauseweg Kuchen zum Kaffee f├╝r meine Mama und mich besorge. Nun aber, in meiner Pause, besch├Ąftige ich mich erst einmal mit der diesmal sehr interessanten Montagsfrage zum Thema Lyrik.

Lyrik: ausgedient oder am aufbl├╝hen?

Tats├Ąchlich geh├Âre ich nicht zu jenen, die in ihrer Schulzeit nur wenig bis gar nichts mit Literatur anfangen konnten. Ab der siebten oder achten Klasse hatten wir eine Lehrerin, die das sehr gelassen anging und von uns nicht die typischen Klassiker erwartete: vielmehr genehmigte sie es uns, ein eigenes Gedicht auszusuchen, wichtig war nur ein Mindestma├č an Versen der Gerechtigkeit halber.

Daher habe ich schon damals nur Gedichte rezitieren d├╝rfen oder m├╝ssen – wie man es nimmt – die mir auch gefallen haben. Auch im Unterricht selbst war diese Lehrerin was die Gedichte betraf sehr offen und locker, sodass es zumindest mir sehr viel Spa├č bereitete. Und da ich ohnehin schon immer Schiller sehr liebte, konnte ich mich auch gut mit den Klassikern anfreunden. (Nur Goethe widerstrebt mir bis heute.)

Auch im Studium habe ich mich hier und da freiwillig mit Gedichten besch├Ąftigt – selbst wenn es nicht notwendig gewesen w├Ąre.

Nun, wie sieht das aber mit meiner Meinung dazu aus, ob Lyrik ausgedient hat oder am aufbl├╝hen ist? Ich w├╝rde sagen: weder noch. Denn weder hat sie ausgedient, noch m├╝sste sie aufbl├╝hen. Das hat vielleicht mit meinem Verst├Ąndnis f├╝r Gedichte zu tun. Nachdem ich ein Semester lang ein germanistisches Seminar besuchte, dass sich daf├╝r aussprach, dass jeder Songtexte Lyrik ist, sehe ich in jedem Liedtext Lyrik bzw. einen lyrischen Beitrag. Und historisch betrachtet ist das auch sinnig, wurden doch damals zu Hofe auch Gedichte mit Laute und Gesang vorgetragen. F├╝r mich sind Songs (je nach Qualit├Ąt, aber es gibt ja auch schlechte Lyrik) Gedichte mit Melodie. Und oftmals so sch├Âne.

Zudem gibt es dank Poetry Slam & co. auch wieder deutlich mehr (positive) Aufmerksamkeit f├╝r moderne Lyrik. Ich denke da allein an die Dame, mit „Eines Tages, Baby.“ (Hie├č das so?)

Also nein. In meinen Augen hat Lyrik weder ausgedient, noch hat sie es n├Âtig, wiederaufzubl├╝hen da sie nie verbl├╝ht war.

Das passt auch gut.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht ver├Âffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit dem Absenden des Formulars stimmst du der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten zu.