[Rezension] Victoria Aveyard – Gläsernes Schwert

Rot wie die Morgendämmerung – unter dieser Losung formiert sich im zweiten Teil der “Farben des Blutes”-Reihe der Widerstand rund um Mare Barrow, die als Blitzwerferin auf allen Fahndungsplakaten des Landes zu sehen ist. Wieder einmal entführt Victoria Aveyard in eine Welt, die uns so fremd und magisch erscheint, aber erschreckend viele Parallelen zu unserer Gesellschaft aufweist.

AUTOR  Victoria Aveyard
VERLAG Carlsen
ERSCHIENEN 2018
SEITEN 576
Übersetzer Birgit Schmitz
PREIS 14,99 € (Taschenbuch)
GENRE Fantasy, Dystopie
REIHE  Die Farben des Blutes, Bd. 2
ISBN  3551317100
LESEZEIT 9h 55m 4s

Klappentext

“In letzter Sekunde wurden Mare und Prinz Cal von der Scharlachroten Garde aus der Todesarena gerettet. Die Rebellen hoffen, mit Hilfe der beiden den Kampf gegen die Silber-Herrschaft zu gewinnen. Doch Mare hat eigene Pläne. Gemeinsam mit Cal will sie diejenigen aufspüren, die sind wie sie: Rote mit besonderen Silber-Fähigkeiten. Denn auch der neue König der Silbernen, ihr einstiger Verlobter, hat es auf diese Menschen abgesehen. Aber schnell wird klar, dass er eigentlich nur eins will – und zwar um jeden Preis: Mare.”

Meinung

Cal und Mare sind um ein Haar davon gekommen und befinden sich nun auf der Flucht. Während der gefallene Prinz seine gesamte Familie verloren hat, befindet sich Mare endlich wieder in den Armen all ihrer Liebsten, inklusive in den Armen ihres Bruders Shade. Er ist, wie sie, eine Neublütlerin – eine Rote mit den unglaublichen Fähigkeiten eines Silbernen, ja, sogar noch stärker. Während Mare Blitze und Elektrizität kontrollieren kann, ist Shade ein sogenannter Springer und kann sich (und andere) von einer Stelle zur anderen teleportieren.

Doch Mare kann nicht lange in dieser neugewonnenen Freiheit verbleiben, sie muss die anderen Neublütler finden – ehe Maven es tut. Denn er würde sie nicht nur töten, er würde sie für sich selbst insturmentalisieren. Und das muss Mare um jeden Preis verhindern. Gemeinsam mit Cal, Farley, Shade und Kilorn begibt sie sich wider dem Wunsch der Roten Garde auf die Suche nach den anderen besonderen Roten, die so sind wie sie und Shade. Doch die Suche wird gefährlich und Mare muss immer wieder begreifen: Jeder kann jeden verraten.

Gelesen habe ich das Buch nun also genau in dem Zeitraum, als George Floyd starb und die Black Lives Matter Bewegung noch einmal erstarkte. Das hat es mir ggf. etwas leichter gemacht, die Parallelen zwischen der Realität und den Farben des Blutes zu ziehen und hat mich zB auch dafür sensibilisiert, dass die Roten – und damit unterdrückten Menschen – überwiegend als dunkelhäutig beschrieben werden. So etwa bestätigt die Autorin in einem Interview auch, dass Mare lateinamerikanischer Abstammung wäre, würde sie in unserer Welt leben. Die Hautfarbe anderer wird als dunkel beschrieben. Diese Parallele ist mir ehrlich gesagt im ersten Buch gar nicht aufgefallen, empfinde ich jedoch als unglaublich interessant. Gerade unter dem Gesichtspunkt, dass viele Menschen Fantasy und SciFi als Unfug abtun, fällt mir immer wieder auf, wie es den Autoren gelingt, absolut reale relevante Themen in ihren Werken anzuschneiden.

Von der Handlung her hat mir das Buch sehr gut gefallen und es konnte mich fast mehr noch mitreißen, als der erste Teil. Das liegt allerdings ggf. auch daran, dass ich für den zweiten Teil vom Hörbuch abgesehen habe und zum traditionellen Buch gegriffen habe. Die Figuren der Geschichte waren wie schon im ersten Teil sehr plastisch, auch wenn ich mir etwas mehr zu Cal gewünscht hätte. Wenngleich er vermutlich die Figur mit der meisten inneren Spannung war, wurde er doch recht wenig thematisiert. Aber ggf. war da auch nicht mehr möglich, insofern die Geschichte aus der Perspektive von Mare berichtet wird.

Die Spannung bricht zu keinem Punkt der Handlung ab und findet ihren (grausamen) Höhepunkt am Ende des Bandes. Natürlich möchte ich nicht spoilern, aber hier geht es wirklich fulminant her und der Mund stand mir an vielen Stellen offen, an manch anderen musste ich das Taschentuch zücken.

Für mich eine sehr gelungene Fortsetzung der Reihe, welche ich bis jetzt ausnahmslos jedem Dystopie-Fan empfehlen würde.

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Lisa
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