[Montagsfrage] Wie sehen deine Erfahrungen mit self-publishing Autoren aus?

12. August 2019 3 min read 6 Comments
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Hallo ihr Lieben 🙂 Ich hoffe ihr seid besser in den Montag gekommen als ich. Nachdem ich mich das ganze Wochenende auf einen entspannten Morgen zuhause gefreut hatte, habe ich gestern Abend feststellen mĂŒssen, dass ich das so gar nicht umsetzen kann. Mein Auto ist zum TÜV in der Werkstatt und irgendwie ging ich ja davon aus, dass mich jemand wĂŒrde fahren können. Pustekuchen. Mein Papa musste schon gegen 4 auf Arbeit und meine Mama hat es auch nicht geschafft. Also musste ich gleich morgens um 6 den Freund bitten, mich abzuholen und in mein BĂŒro in seiner Wohnung zu fahren.

Na gut, dafĂŒr sitz ich jetzt aber auch schon seit knapp halb 7 an der Arbeit und kommt gut voran. Wenigstens etwas! Nun aber zur Montagsfrage, die ich diese Woche wirklich spannend finde.

Wie sehen deine Erfahrungen mit self-publishing Autoren aus?

Hach, die Selfies. Das ist fĂŒr mich – als Leserin und Lektorin – eine Berg- und Talfahrt. Fangen wir mal beim Anfang an: Vor vielen Jahren habe ich die ersten Selfies gelesen und sie fĂŒr wirklich toll befunden. Ich hatte mir daraufhin vorgenommen, mit meinem Blog das Ziel zu verfolgen, diesen Autoren ein bisschen unter die Arme zu greifen. Ich startete Aktionen, stellte regelmĂ€ĂŸig Indies vor, u.s.w. Und das war klasse!

NatĂŒrlich haben das aber auch einige Indies mitbekommen und trotz meiner geringen Reichweite das Angebot gern angenommen, dass ich ihren Romanen eine Plattform biete. Ich war, das muss ich zugeben, auch manchmal zu blind und konnte nicht nein sagen. So kam es, dass ich nicht immer die Kirschen auf dem Eisbecher rezensierte. Ich habe immer meine ehrliche, konstruktive Kritik abgegeben und war niemals in irgendeiner Weise angreifend. Stattdessen habe ich, wenn mein Urteil zu schlecht ausfiel, die Rezension per eMail gesendet und auf eine Veröffentlichung verzichtet.

In der Folge kam es immer wieder zu sehr unglĂŒcklichen Momenten mit den Indies. Eine Autorin, das war der schmerzhafte Höhepunkt nachdem ich erst einmal keine Indies mehr las, entschuldigte sich gar fĂŒr ihre Existenz und dass sie alles verbrennen wĂŒrde. (Dabei waren es eher Kleinigkeiten, die ich anprangerte. Sie schrieb einen historischen Roman und hatte recht viele hist. WidersprĂŒche darin. Lediglich auf die machte ich sie aufmerksam. Das hĂ€tte man recht schnell beheben und korrigieren können.)

Ich habe mich dann also etwas zurĂŒckgezogen, arbeitete aber noch als Lektorin fĂŒr die ein oder andere Indie-Autorin. Doch auch hier war ich bald schon etwas ernĂŒchtert. Konkret ging es um eine Romanreihe, fĂŒr die ich mir wirklich NĂ€chte um die Ohren schlug, damit was draus wird. Die Idee war nicht schlecht, aber die Umsetzung… Naja. Ich gab der Autorin regelmĂ€ĂŸig umfassendes Feedback, traf mich auch mit ihr, verbrachte Stunden mit ihr um dann am Ende zu sehen – sie hat die BĂŒcher gedruckt, wie ich sie erstmals bekam, ohne Korrekturen (nicht einmal orthografische), ohne VerĂ€nderungen, nix. Sie ging nicht einmal auf meine Anmerkungen ein. Ich weiß nicht, wofĂŒr sie mich bezahlt hat. Ich weiß nicht, warum ich Stunden an diesem Roman arbeitete. Und noch heute schĂ€me ich mich dafĂŒr, falls jemand herausbekommt, dass ich an diesem Buch mitgearbeitet habe. Schließlich hat sie keine meiner Verbesserungen und Korrekturen eingebracht und rein wirtschaftlich gedacht ist das ein schreckliches AushĂ€ngeschild, wenn jemand denkt, dass das Buch NACH meinem Lektorat so ausschaut.

Damit das hier aber ein kleines Happy End bekommt: danach gings ja weiter. Ich habe dann weitere Autoren kennen gelernt. Sowohl als Lektorin, als auch Leserin: Tina Köpke, Sanela Dohl, und wie sie alle heißen. Und mit denen war die Zusammenarbeit grandios. Das Lesen wundervoll. Die Romane erstklassig.

Und die Moral? Ich schaue mittlerweile deutlich genauer hin und gehe, das gebe ich zu, mit grĂ¶ĂŸeren Vorbehalten heran wenn mich Indies anschreiben. Ich weiß, dass sich die QualitĂ€t und Co. keineswegs von Verlagsautoren unterscheidet, erst recht nicht die AllĂŒren 😀 Aber dennoch bin ich vorsichtiger geworden. Bei Indies aber auch im Allgemeinen.

Wie sieht es bei euch aus? Waren die Erfahrungen eher positiv oder negativ?

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Gast

Hey Lisa,

ich verstehe ganz genau, was du meinst. Wenn man um Rezensionen (oder in deinem Fall ein Lektorat) von Selfpublishern gebeten wird, muss man sich schon sehr genau ĂŒberlegen, ob das Buch tatsĂ€chlich das Potential hat, den eigenen Geschmack zu treffen. Ich sortiere da mittlerweile ebenfalls hemmungslos aus. FĂŒr Schund ist mir meine Lesezeit zu kostbar. 😉

Montagsfrage auf dem wortmagieblog
Viele liebe GrĂŒĂŸe,
Elli

Der BĂŒchernarr
Gast

Das ist sicherlich ungewöhnlich, dass ein Selfpublisher eine Lektorin beauftragt und die Änderungen nicht einfließen lĂ€sst. Immerhin lassen mittlerweile sehr viele Autoren ihre BĂŒcher lektorieren und korrigieren. Lange Zeit war das ja eher nicht selbstverstĂ€ndlich …

Viele GrĂŒĂŸe
Der BĂŒchernarr

Tina
Gast

Wow Lisa,

was fĂŒr umfangreiche Erfahrungen du gemacht hast! Mir fĂ€llt jetzt erstmal wie Schuppen von den Augen, dass du beruflich ja sowieso damit konfrontiert wirst. Schade, dass es nicht immer reibungslos ablĂ€uft. Kann man das Berufsrisiko nennen? Das ist nicht böse gemeint, ich wĂŒnsche dir nur das Beste.

Lieschen?

Lieschen?

Lisa Sue ‱ lvl 28 ‱ Germanistin (M.A.) ‱ Slawistik-Studentin ‱ lebt in ThĂŒringen ‱ Hundemensch ‱ wird nicht erwachsen ‱ spielt Klavier ‱ fotografiert und schminkt sich gerne ‱ League of Legends eGirl ‱ Sims-Gott ‱ hat schon gelesen ehe sie lesen konnte

Lisa

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